Am 23.10.2010 marschierten über 200 Nazis durch den Neustrelitzer Stadtteil Kiefernheide. Proteste wurden von der Polizei konsequent durch Platzverweise im Keim erstickt. Im Borwinheim lasen Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der städtischen Politikprominenz humanistische Texte, während auf dem Marktplatz der Aktionstag „Neustrelitz bleibt bunt“ stattfand. Am Nachmittag gab es zudem eine Spontandemonstration, die von einer Gruppe des örtlichen Theaters angeführt wurde.

Hier ein Überblick über Presseartikel:
Nordkurier 1
Nordkurier 2
Indymedia 1
Indymedia 2
‚Hinter dem Ruf nach Strafe…‘
Was steckt hinter Neonazi-Kampagnen gegen Sexualstraftäter? Eine Betrachtung und Einschätzung der aktuell geführten Auseinandersetzungen um Kindesmissbrauch mit Fokus auf die Rolle der Neonazi-Szene in
Mecklenburg-Vorpommern.
Donnerstag, 21.10.2010, 19 Uhr im AJZ Neubrandenburg
Gestern tagte der Hauptausschuss der Stadtvertretung Neustrelitz über mögliche Proteste am 23.10.2010.
In einer Stellungnahme der Linkspartei heißt es:
„…die demokratischen Parteien haben sich auf eine gemeinsame, ganztägige Aktion unter Schirmherrschaft des Bürgermeisters für den Tag der Nazidemo in Neustrelitz geeinigt, lehnen aber eine Gegendemo ab. Bekanntgegeben werden soll das gemeinsame Vorhaben am Donnerstag auf der Stadtvertretersitzung.
Inzwischen ist der Start der für 200 Teilnehmer angemeldeten NPD-Demo bekannt gegeben worden:
11 Uhr Neustrelitz Hauptbahnhof, Ausgang Südbahnhof
Kundgebung 10 Uhr Stadtkirche am Marktplatz. Zeigt, dass Neustrelitz nicht den Nazis gehört
25. September 2010:
Ca. 250 Nazis marschierten in Schwerin unter dem Motto „Todesstrafe für Kinderschänder – Volksabstimmung jetzt“. Unter ihnen NPD-Parteigrößen wie Udo Pastörs. Am Rande der Nazidemo protestierten rund 120 Menschen, schikaniert von Polizei und Behörden. Dieses Bild soll sich nach Meinung der Nazis am 23.10.2010 in Neustrelitz wiederholen. Bereits auf der Demo in Schwerin angekündigt, werden Nazis an diesem Tag unter demselben Motto wie in Schwerin durch die Heimatstadt des NPDlers und Ex-MAF-Aktivisten David Petereit marschieren. Wir werden nicht tatenlos zuschauen und uns den Nazis in den Weg stellen.
Warum dürfen Nazis nicht gegen „Kinderschänder“ demonstrieren?
Sexualstraftaten gegen Kinder bewegen einen Großteil der Bevölkerung. Doch meist sind es Neonazis, die eine regelrechte Hetzjagd gegen „Kinderschänder“ eröffnen. Sie versuchen dieses Thema für sich zu instrumentalisieren, um sich so volksnah und gerecht dem Bürger gegenüber zu verkaufen. Doch was bei Nazis hinter dieser Thematik steckt, ist alles andere als volksnah. Für Nazis sind deutsche Kinder Mittel zum Erhalt der deutschen Rasse. Kinder mit Migrationshintergrund werden explizit aus den Forderungen der NPD ausgeschlossen. Vielmehr nutzt die NPD den Unmut der Bürger, um ihre menschenverachtende, antidemokratische Kritik Ausdruck zu verleihen. Schuld am zu geringen Strafmaß gegen die Täter ist der Staat, um diese „Missstände“ zu beseitigen, muss nach Meinung der Nazis das System gestürzt werden.
Hier zeigt sich, dass für die Nazis weniger die Hilfe der Opfer, sondern vielmehr die Hetzjagd und gewaltverherrlichende Bestrafung der Täter im Vordergrund steht. Dies zeigt sich auch durch populistische Argumentationen, wie z.B. „die Täter liegen dem Steuerzahler auf der Tasche, wenn sie im Gefängnis sitzen“. Bewiesen wird das auch in einer Ansprache von Udo Pastörs, in der er erklärte, „…dass Kinderschändern der Kopf abgerissen werden soll“.
Am 23.10.2010 versuchen NPD und freie Kameradschaften diese menschenverachtende, antidemokratische Propaganda unter die Anwohner von Neustrelitz zu bringen. Dem wollen wir nicht tatenlos zuschauen.
Mehr zu diesem Thema im Netz gegen Nazis.
Wir werden euch weiter informieren, sobald es Neuigkeiten zu Protestveranstaltungen gibt.